Raus aus der Schuldenfalle – Wann Überschuldung droht und wie man wieder herauskommt

Ratgeber zu Schuldenfalle und Überschuldung

Schuldenfalle

Wenn die Überschuldung droht, weiß man sich oft nicht mehr zu helfen.

 Als Schuldenfalle kann die Situation bezeichnet werden, in welcher der Schuldner den Überblick über die Art und den Umfang seiner Verbindlichkeiten verliert. Ihm werden in dieser prekären Lage Angebote gemacht, deren Auswirkung er nicht abschätzt, und die sich im Ergebnis zu seinem Nachteil auswirken. Meistens sind es Kreditangebote mit hohen bis hin zu „Wucherzinsen“. Der Schuldner sieht nur, dass ihm momentan mit dem „frischen Geld“ aus der akuten Finanznot geholfen ist. Er erkennt jedoch nicht, dass er die dauerhafte Belastung gar nicht bezahlen, dass er sie „nicht stemmen kann“.

Überschuldung und Schuldenfalle mit demselben Ergebnis

Vom Begriff und von der Entwicklung her sind Schuldenfalle und Überschuldung zweierlei. Eine Überschuldung liegt dann vor, wenn die Summe der Verbindlichkeiten nicht mehr aus dem laufenden Einkommen heraus bezahlt werden kann. Das ist häufig dann der Fall, wenn mehrere oder viele Verbindlichkeiten bei unterschiedlichen Gläubigern bestehen. Die wissen meistens nichts voneinander. Zur Überschuldung führen der hohe Dispo-Kredit, ein oder mehrere Minussalden auf Kreditkartenkonten, der zusätzliche Rahmen- oder Ratenkredit, sowie weitere Verbindlichkeiten mit regelmäßigen Ratenzahlungen bei Versandhäusern und Onlineshops. Monatszahlungen werden zu unterschiedlichen Terminen fällig, sozusagen im Wochentakt. Alles wird von ein oder zwei Girokonten abgebucht. Zu jedem Abbuchungstermin muss für die notwendige Kontodeckung gesorgt werden. Das bedeutet ein ständiges Umbuchen, Einzahlen oder Hin- und Herschieben von Geld. Aber dadurch werden die Schulden nicht geringer. Sie erhöhen sich im Gegenteil noch durch steigende Sollzinsen, oder durch Kosten für Überweisungen und Barzahlungen auf eigene sowie auf fremde Konten. Es gibt weder einen Ausweg noch eine positive Perspektive.

Umgangssprachlich sitzt der Betroffene jetzt in der Schuldenfalle. Ohne die Hilfe Dritter, ohne einen gekonnten Kraftakt kommt er aus der Schuldenfalle nicht raus. Jetzt muss besonders darauf geachtet werden, wer seine Hilfe wie anbietet. Im Internet sind es vielfach Kreditvermittler. Sie werben mit einer schnellen und unkomplizierten Hilfe. Einziger Ansprechpartner für den Verschuldeten ist der Kreditvermittler. Wie das Wort sagt, verdient er daran, dass er Kredite vermittelt. Doch damit ist dem Betroffenen in den meisten Fällen gar nicht geholfen. Die Kredite sind immer bonitätsabhängig, und in dieser Situation der Überschuldung mit einem hohen Effektivzins sehr teuer. Der Schuldner muss jetzt prüfen und abwägen, ob ihm bei seiner Überschuldung kurzfristig mit einer Liquiditätsverbesserung, oder langfristig und nachhaltig mit einer Verbesserung seiner finanziellen Gesamtsituation geholfen wird. Schuldenfallen sind im weitesten Sinne viele solcher Kreditangebote sowie die oberflächlichen Versprechungen, dem Schuldner schnell und unkompliziert zu helfen. Jede Kreditvermittlung kostet zusätzliches Geld. Das wird eingespart beziehungsweise gar nicht erst ausgegeben, wenn der direkte Weg zur Bank oder Sparkasse gesucht wird.

Umschuldung mit Kredit und Restschuldversicherung

Ein geeigneter Weg, und gleichzeitig der nahezu einzige Ausweg aus Überschuldung und Schuldenfalle, ist die Umschuldung. Sie ist nicht einfach und sollte gegebenenfalls von einem Fachmann wie dem Schuldnerberater begleitet werden. Dazu muss ein Kreditinstitut gefunden werden, das von den vorhandenen Schulden nicht betroffen ist. Da für die Umschuldung erfahrungsgemäß mehrere und auch persönliche Gespräche notwendig sind, empfiehlt sich dafür eine Filialbank oder Sparkasse am Ort. Die erwartet, dass der Schuldner seine Bankverbindung wechselt. Er muss bei dem neuen, dem zukünftigen Kreditinstitut sein Girokonto eröffnen und darüber seinen gesamten Giroverkehr mit Einnahmen sowie Ausgaben abwickeln. Sinn einer solchen Umschuldung ist es, alle bestehenden Verbindlichkeiten zu einem einzigen Kredit zusammenzufassen. Diese Kredithöhe errechnet sich aus der Summe aller Schulden. Der neue, einzige Kredit ist langfristig und deutlich zinsgünstiger als die Summe der bisherigen Verbindlichkeiten. Der Schuldner ist auf Anhieb in zweierlei Hinsicht entlastet. Seine Liquidität verbessert sich schlagartig, weil er monatlich weniger an Zinsen und Tilgung bezahlt als bisher. Langfristig gesehen verringert sich sein Schuldenstand durch die regelmäßige Kredittilgung. Anhand des Tilgungsplanes sieht er, wann der Umschuldungskredit zurückgezahlt ist. Er hat ab sofort eine greifbare, eine realistische Perspektive.

Zusätzlich zur Absicherung des Kredites durch das monatliche Arbeitseinkommen wird der Umschuldungskredit mit einer Restschuldversicherung besichert. Sie ist eine Sicherheit für beide Seiten und gilt für den Todesfall des Kreditnehmers. Zu den weiteren „Bausteinen“ gehören die temporäre Absicherung wegen Unfall, Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit. Im schlimmsten Falle, dem Ableben des Kreditnehmers, wird der aktuelle Saldo des Umschuldungskredites durch die Restschuldversicherung abgelöst. Der Kreditgeber bekommt seinen Kreditsaldo ausgeglichen, und die Hinterbliebenen des Kreditnehmers sind sofort schuldenfrei. Die Höhe der Restschuldversicherung korrespondiert mit der Kreditsumme, und der Versicherungsanspruch wird direkt nach Vertragsabschluss an das Kreditinstitut abgetreten.

Für den Schuldner gibt es durchaus einen Ausweg aus der Schuldenfalle mit ihrer Überschuldung. Voraussetzung dafür ist, dass er aktiv wird. Mit fachlicher und objektiv-wohlwollender Unterstützung des Schuldnerberaters sowie „etwas Glück“ hilft ihm ein Kreditinstitut auch dabei.

Die Umschuldung ist damit der richtige und auch gangbare Weg raus aus der Schuldenfalle und für einen Neuanfang.


 

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